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Marzipan Lübecker Spezialität

Marzipan – ein Geschenk des Orients

Mandeln, Zucker und Aromastoffe: daraus besteht die unwiderstehliche Gaumenverführung aus dem Orient mit dem märchenhaften Namen Marzipan. Vermutlich in Persien, dem heutigen Iran, hergestellt, gelangte das Marzipan bereits im 8.Jh. mit den Feldzügen der Araber nach Europa, zunächst nach Spanien. Es war ein Jahrhundert, das die Welt veränderte: Ausbreitung des Islams, Aufstieg des Papsttums, von Mohammed bis zu Karl dem Großen. Eine Welt in Bewegung, eine Zeit im Handel und Wandel. Aber auch die Kreuzritter – die einstigen „Weltenbummler“ des Mittelalters brachten das Geheimnis der Marzipanherstellung mit nach Hause – nach Europa. Was sie aber nicht wussten, dass das Marzipan bereits durch die Araber selbst nach Spanien gelangte. Die Rezeptur der süßen orientalischen Köstlichkeit hatte zwischenzeitlich ihren Siegeszug angetreten. Unaufhaltsam verbreitete sich das süße „Brot“ in ganz Europa. Und davon profitierte vor allem der Handel – die Kaufmannsgilde Hanse. Die damals so gewaltigen Hansekoggen transportierten die Zutaten der legendären Rezeptur von Hafen zu Hafen. So auch nach Lübeck. Denn nur in mediterranen Gefilden gedeihen Mandelbäume. Als 1492 die Araber Spanien verließen, blieb das Marzipan in Europa zurück. Bis in die heutige Zeit begegnet man in Spanien vielerorts dem Erbe der Araber, denn das „Mazapán de Toledo“ ist noch immer eines der bekanntesten weltweit.

Woher stammt nun das Marzipan wirklich?
Heute ist man sich weitgehend einig, dass Marzipan seinen Ursprung im Orient hat, auch wenn es einer Legende nach 1407 während einer Hungersnot in Lübeck entstanden sein soll. Das Korn war knapp und alle Lübecker Bäcker waren vom Senat aufgerufen, aus Mandeln, Wasser und Zucker Brot herzustellen. So entstanden aus der Not heraus eine Leckerei und eine Leidenschaft. Dass die Legende aber nicht glaubhaft ist, zeigt sich darin, dass Mandeln und Zucker im Mittelalter sehr wertvoll waren und jederzeit gegen größere Mengen Brot oder Fisch hätten getauscht werden können. Und zweitens: 1409 hörte man plötzlich aus Königsberg die gleiche Geschichte.

Wer ist nun der Namensgeber des Marzipans?
Was ist Wahrheit und was ist ein Märchen? Eines ist gewiss: „marci panis“ – das Brot des Markus aus Venezia – schmeckt köstlich. Hier erkennt man eine sehr gute Handelsbeziehung zwischen Lübeck und der Stadt an der Adria. Oder ist das heutige Istanbul, früher Konstantinopel und Hauptstadt des Byzantinischen Reiches der Namensgeber? Mit der Münze „Mauthaban“ wurden damals Waren aller Art bezahlt. Ist das eine Ableitung zu Marzapane, dem heutigen Marzipan? Wer weiß das schon genau?

Für wen ist Marzipan gedacht?
Zuerst nutzen Apotheker und Mönche, Ärzte und Nonnen das Marzipan. Sie alle schätzten die Heilkraft der Süßigkeit. Marzipans: die süße „Wunderwaffe“ kräftig die Muskeln, stärkt das Herz und steigert so das Wohlbefinden.
So hieß es damals in Medizinerkreisen. Später durften auch Zuckerbäcker Marzipan herstellen. Doch die Zutaten waren damals sehr teuer und so kamen nur Könige, Zaren und die reichen Bürger in den Genuss des Marzipans. Erst Anfang des 19. Jh. konnten auch die einfacheren Bürger Marzipan genießen, weil die Gewinnung von Zucker und der Erwerb von Mandeln erschwinglicher wurden. In Lübeck begann der Siegeszug des Marzipans um die Welt als Johann Georg Niederegger (1777–1856) die Marzipan-Manufaktur gründete, die noch heute das unwiderstehliche Naschwerk in höchster Qualität herstellt. Marzipan ist und bleibt ein echtes süßes Heilmittel – aus Leidenschaft. Der Verzehr von Mandeln ist nach wie vor sehr beliebt, um Krankheiten zu heilen. Das Marzipan aus Lübeck steht für „Marzipan von Weltruf“ und ist eine echt lübsche Verführung der Sinne.

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